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Wellenbad
Autor: Stadtwerke
Artikel vom 13.04.2022

Wichtiger Schritt in den Alltag für zwei Ukrainerinnen

Seit April arbeiten Zhanne und Victorija, die aus dem Kriegsgebiet geflohen sind, im Ellwanger Wellenbad

Willkommen im Wellenbad: Personalchefin Andrea Scalerandi (l.) und Alexander Eidemiller (stellvertretender Betriebsleiter) begrüßen (v. r.) die Ukrainerinnen Zhanne und Victorija mit ihrer Gastgeberin Birgit Junker als neue Mitarbeiterinnen im Wellenbad.

Jetzt sind die Arbeitsvertäge unterschrieben und ihr neuer Job ist offiziell: Seit Anfang April unterstützen Zhanne P. und Victorija B. (die ihre vollen Namen aufgrund des Krieges in ihrer Heimat lieber nicht in der Zeitung lesen wollen) im Team der Badewärterinnen des Ellwanger Wellenbads mit. „Herzlich Willkommen bei uns“, sagt der stellvertretende Betriebsleiter Alexander Eidemiller, zuerst auf Deutsch, dann auf Russisch, bevor er den beiden ihre Schlüssel überreicht. Er ist als Dolmetscher ein wichtiger Ansprechpartner für die Beiden, die aber auch schon viel auf Deutsch verstehen und sich mit ihren Kolleginnen gut verständigen können.

Die beiden Mütter haben sich über ihre gleichalten Töchter in deren Kindergartentagen kennengelernt und angefreundet und begaben sich gemeinsam mit ihren heute 16-jährigen Töchtern auf die Flucht aus Schytomyr, einer Großstadt in der Ukraine, rund 150 Kilometer westlich von Kiew. Am 5. März gegen 0 Uhr trafen sie auf der Ostalb ein, nachdem sie sich einem Hilfskonvoi der Organisation „hope for africa“, der Hilfsgüter von Tannhausen aus an die Ukrainische Grenze gebracht hatte, für die Rückfahrt angeschlossen hatten. Franz und Birgit Junker aus Röhlingen haben ihnen Unterkunft in ihrer Ferienwohnung ermöglicht, deren Sohn Raphael hatte die Vierergruppe im Auto mitgenommen und so den ersten persönlichen Kontakt zwischen den Familien geknüpft, die sich bestens verstehen. Jetzt versuchen die beiden Mütter Schritt für Schritt einen geregelten Alltag auf der Ostalb zu organisieren.

„Wir sind nicht glücklich, aber in Sicherheit. In unserer Heimat herrscht Krieg und wir wollen eigentlich nur Frieden, um nach Hause zurück zu können“, sagen die beiden, die aber auch froh und erleichtert sind, jetzt arbeiten zu können. „Wir wollen nicht nur herumsitzen. Wir wollen unter Leute und wissen, dass wir auch gebraucht werden.“ VuB-Personalchefin Andrea Scalerandi leitete die Formalitäten möglichst unbürokratisch und schnell in die Wege, sodass schon nach kurzer Probearbeit nun eine ordentliche Anstellung ermöglicht wurde.

Die beiden, die in ihrer Heimat als Buchhalterin und als Maklerin tätig waren, wollen angesichts der ungewissen Zukunft hier mit der Unterstützung ihrer Gastfamilie und der VuB in geordnete Verhältnisse kommen. „Das wichtigste ist eine Zukunft für unsere Kinder“, sagt Zhanne. Die Mädchen gehen in Unterschneidheim zur Schule, kommen mit den Kindern der Familie Junker sehr gut aus. „Wir wurden aufgenommen, als würden wir zur Familie gehören. Dafür sind wir einfach nur dankbar“, sagen die Mütter. Dank der vielen Unterstützung sind sie gut auf der Ostalb angekommen.