10|2026 Unterwasser hört der ganze Körper

Das erste Sparkassen-Klangkonzert im Ellwanger Wellenbad überrascht und beeindruckt.

Bunte Schwimmnudeln tummeln sich im Bewegungsbecken. Die Badenden nutzen sie, um entspannt im Wasser treiben zu können. Die Köpfe immer wieder unter Wasser, zumindest bis über die Ohren. Die Stimmung ist bei den Kindern ausgelassen, bei den Älteren entspannt. Sonore Bässe wabern über das Wasser und unter Wasser wird das Hören zum Ganzkörpererlebnis: Im Ellwanger Wellenbad steigt gerade das erste „Sparkassen-Klangkonzert“.

Den besonderen Hörgenuss kredenzt den Badbesuchern die Gruppe „Wellenbad“, die mit technischem Equipment, Laptops, großen Lautsprecherboxen am Beckenrand und speziellen Unterwasserlautsprechern im Bewegungsbecken und im Außenbecken angetreten ist. Joseph Baader, Nathalie Brum und Vincent Stange sorgen für den Sound, Tontechniker Daniel Müller überwacht ihn mit wasserdicht verpacktem Tablet im Becken. Bässe wummern und brummen, Töne schwellen an, blubbernde Wassergeräusche ergänzen die Komposition, die die Drei jeweils mit Freiheitsgraden spielen. „Es gibt eine Partitur für das Stück, das wir aber immer neu interpretieren“, erklärt Joseph Baader. Dreimal 30 Minuten bereichern ihre Sets das samstägliche Badevergnügen.

„Vor allem unter Wasser ist das ein ganz spezielles Erlebnis“, sagt Susanne Frey aus Jagstzell, die gleich zwei Sets „mitnimmt“. Sogar aus Estland sind zwei Badegäste extra angereist: Mats Piho und sein Vater Aigar Piho sind Bekannte von Joseph Baader und ganz begeistert. Mats ist Musiklehrer, unterrichtet auch Musikproduktion, und wollte die spezielle „Musik-Erfahrung einmal für mich selbst erleben“. Der Termin in Ellwangen habe gut gepasst und so habe man die Chance ergriffen. „Man fühlt die Vibrationen unter Wasser. Der Schall bewegt sich dort schneller“, sagt Mats. „Man hört mit dem ganzen Körper“, ergänzt Aigar. Es sei wie eine „Geräusch-Massage“, schildern sie.

Für „Wellenbad“ ist das Format eine Mischung aus Musikinformatik, Architektur und Komposition, um Orte auf musikalische und nasse Weise zu bespielen. Mit ihren Händen über Ultraschallsensoren regulieren sie Tonhöhen, Lautstärke und Filter, was aussieht, als dirigieren sie die Luft. „Die Sensoren wurden an der RWTH Aachen für den Wasserbau entwickelt, um Wellen zu vermessen“, erläutert Joseph Baader – auch hier passt also die inhaltliche Verbindung der Elemente. Dann stellen sich die Drei wieder hinter ihre Rechner und lassen den nächsten Sound anschwellen.

Nach dem stündlichen Wellenbetrieb in der Schwimmhalle bieten die Schallwellen im Anbau an diesem Samstag eine weitere Attraktion im Bad. „Wir probieren gerne neue Formate aus, um unseren Besuchern etwas zu bieten“, sagt Marketingleiterin Sarah Hellmann. Dank Sponsoring-Unterstützung durch die Kreissparkasse gab es das ohne zusätzlichen Aufpreis. So war das Klangkonzert mit Sicherheit ein besonderes Erlebnis.

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